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Kinderpornographie ist die Form des sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen. Kinder werden von Erwachsenen als Objekt zur Befriedigung eigener oder fremder sexueller Bedürfnisse benutzt, die sexuelle Ausbeutung wird im Bild festgehalten und dieses Zeugnis vom Leiden eines Kindes und der Gewalt eines Erwachsenen wird zu einer gegehrten Ware, mit der einträgliche Geschäfte gemacht werden.
Kinderpornographie umfasst alle pornographischen Schriften (§11 Abs. 3 StGB), in denen sexuelle Handlungen von Kindern an sich selbst, von Kindern untereinander, von Erwachsenen an Kindern und von Kindern an Erwachsenen gezeigt oder geschildert werden.
Dazu gehören z.b. Filme, Videos, Zeichnungen, Bilder, Fotos, Tonbänder, Erzählungen, Geschichten über sexuelle kinderpornographische Handlungen. Kind ist, wer zur Zeit der Tat noch nicht 14 Jahre alt ist. Die abgebildeten Handlungen umfassen alle vorstellbaren - und manchmal auch unvorstellbaren - sexuellen Praktiken.
Für die meisten Varianten kinderpornographischer Erzeugnisse werden Mädchen oder Jungen sexuell missbraucht (§ 176 StGB). Die sexuelle Gewaltat wird als Stimulanz für den Täter und/ oder aus finanziellen Interessen aufgenommen. Strafbar ist die Herstellung, die Verbreitung und der Besitz (§184 StGB).
Auch jede Handlung, die darauf gerichtet ist, in den Besitz der kinderpornographischen Produkte zu kommen, ist strafbar, zum Beispiel das Aufgeben eines Inserates oder Antworten auf eine Anzeige.
Keine Kinderpornographie im gesetzlichen Sinne sind sogenannte FKK-Hefte. Jedoch sind einige Magazine vom Staat indiziert.
Kinderpornographie - Ein neues Problem?
Kinderpornographie existiert schon sehr lange - Produktion und Handel haben allerdings in den letzten zwanzig Jahren stark zugenommen.
Durch die technischen Neuerungen besonders im Videobereich wurden die Herstellung und die Vervielfältigung der Produkte sozusagen, “kinderleicht”. Ohne großen Aufwand, mit wenig Entdeckungsrisiko, kostengünstig und flächendeckend kann auch ein Laie Videokamera und Videorekorder für sein schmutziges Geschäft einsetzen. Die polizeiliche Auswertungsarbeit hat gezeigt, dass kinderpornographisches Material - wenn es erstmal in Umlauf gebracht - nicht mehr vom Markt verschwindet.
Zur Zeit bestimmen noch VHS-Videofilme den Markt. Allerdings ist mittlerweile zu beobachten, dass zunehmend digitale Speichermedien [Festplatten, Disketten oder auch CD-ROMs] für die Verbreitung benutzt werden. Auch der Handel über das Internet nimmt dramatisch und rasant zu.
Pädophile tauschen Texte, Bilder und Videos im Internet aus. Sie planen Ihre Wochenendtreffen in Europa und den USA oder besuchen Sexshops, die Kinderpornographie in Datennetzen anbieten. Im Anschluss an den ersten Weltkongreß gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern, der Ende August 1996 in Stockholm stattfand, haben der Nationale Kinderschutzbeauftragte von Norwegen und der Kinderschutzbund ein Projekt ins Leben gerufen, das Pädophilenringe in Datennetzen sowie die Systeme, Methoden, Decknamen, Codes und Kommunikationswege von Kriminellen aufdecken soll, die an der sexuellen Ausbeutung von Kindern beteiligt sind.
Intensive Nachforschungen durch professionelle Computerhacker haben enthüllt, dass es im Online-Datennetz einen organisierten Handel mit Kinderpornographie und sepzielle Adressen mit Informationen über Sexreisen und -treffen gibt. Zu den beliebtesten Online-Aktivitäten gehören Gesprächsgruppen, die sogenannten ‘chat groups’; dies sind Räume im Cyberspace, in denen sich mehrere Personen treffen und über ein bestimmtes Thema unterhalten können. Unter den Pädophilen ist der Handel mit Kinderpornographie in Rahmen dieser ‘chat groups’ weiter verbreitet, aber ihnen ist nur schwer beizukommen, weil diese Gruppen diskrete Gespräche zwischen zwei Personen ermöglichen. Einige Räume sind auch paßwortgeschützt und für andere Anwender nicht sichtbar.
In einer ‘chat group’ sind wir auf die Hardcore-Kinderpornos eines Amateurs gestoßen, die zeigen, wie Mädchen und Jungen im Alter von acht und zwölf Jahren wiederholt von Erwachsenen beiderlei Geschlechts vergewaltigt werden. Der emotionale Stress, der durch das Zuschauen bei einem derart dokumentierten Kindermissbrauch verursacht wird, ist verheerend. Dass unsere eigenen Kinder durch einfaches Herumklicken ähnliche Materialien ausgesetzt sein könnten, ist eine erschreckende Vorstellung.
Es gibt einen großen und gewinnbringenden Markt für Kinderpornographie. Im Netz “eröffnen” immer mehr Sexshops. Sie arbeiten wie andere, normale Anbieter; Indem sie die Kreditkartennummer registrieren, wird man zum Kunden. Der Kunde hat nun uneingeschränkten Zugang zu den Datenbänken [Fotos, Videos, Texte etc.] des Anbieters. Traurig ist, dass ganz offensichtlich für Kunden geworben wird. Bereits auf der Startseite einer solchen Seite mit kinderpornographischen Materialien wirbt man mit sogenannten ‘free pics’, also eine ausgesuchte Auswahl an Bildern, um den Surfer zu einer meist teuren Mitgliedschaft zu ‘überreden’. Viele Anbieter bieten auch eine ‘Tour’ durch den Inhalt und das Angebot der Seite an. Obwohl es so offentsichtlich ist, dass es sich hier um Kinderpornographie handelt, können die Seiten nur schwer, teilweise sogar gar nicht gespeert werden.
Die Massenmedien wie Radio, Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften werden traditionell durch nationale Gesetze kontrolliert und unterliegen einer gewissen Form der Zensur. Das Internet stellt uns vor neue Herausforderungen. Wie kann z.B. erwiesener Kindermissbrauch in Form von Bildern und Text, die im Internet zirkulieren, bekämpft werden, ohne den freien Informationsaustausch zu beschneiden? Der weltweite Strom von Bits und Bytes läßt sich mit den derzeitigen Methoden nur schwer kontrollieren. Es müssen neue und internationale Richtlinien erstellt und angewandt werden, um einen beestimmten Verhaltenskodex im Netz zu etablieren.
Das Internet bietet der Welt viele neue Kommunikationsmöglichkeiten, aber es ist wichtig zu erkennen, dass es auch den Pädophilen neue Wege für die Verbreitung von Pornographie und den Kontakt mit Kindern bietet. Täglich werden neue Sites mit kinderpornographischen Materialien geöffnet - umso wichtiger ist es, dass wir etwas dagegen unternehmen! Die Pädophilen sind uns voraus und wir müssen uns beeilen, wenn wir Schritt halten wollen.
Kreditkartenunternehmen sollten ermutigt werden, Verantwortung angesichts der Handlungen ihrer pädophilen Kunden zu übernehmen, die für Kinderpornographie im Netz mit ihren Kreditkarten bezahlen. Internet-Serviceprovider müssen aufgefordert werden, Verantwortung dafür zu übernehmen, welche Inhalte sie zur Übertragung zulassen. Die Polizei muss national und international - mit Hilfe von Interpol - im Kampf gegen pädophile Anwender im Netz entschlossener Vorgehen. Öffentliche Aufklärung und Informationen spielen eine wichtige Rolle dabei, Eltern anzuleiten, wie sie ihre Kinder vor der im Internet angebotenen Pornographie schützen können, ohne auf dessen Funktion, z.B. als Bildungsmedium, zu verzichten.
Quellen Angaben: AJS - Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Landesstelle NRW e.V. BZgA FORUM
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