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Kinderpornographie im WWW
Kindermissbrauch ist so alt wie die Menschheit, aber die Verbreitung des für viele neuen Mediums Internet hat so etwas wie einen Quantensprung beschert. Über 200 Millionen Menschen sind derzeit weltweit vernetzt. Zum ersten Mal können Amerikaner, Deutsche, Asiaten sich ungehindert und durch keine Kontrollen gestört austauschen. Angebote sind weltweit verfügbar. Die Datenautobahn, das Medium der Zukunft, hat die Welt nicht nur näher zusammengebracht, sondern auch Hemmschwellen beseitigt. Der Schutz der Anonymität wird von zuvielen für perverse Kontakte missbraucht.
Grenzüberschreitend können sich Perverse und Kinderschänder an Bildmaterialien aller Art ergötzen, tauschen Reisetipps zu den Wallfahrtsstätten der Pädophilen in Asien, Afrika, Lateinamerika oder dem ehemaligen Ostblock aus, treffen sich zur gemeinschaftlichen Folter von Kindern via Bild-Daten-Leitung. Auch wenn es stimmen sollte, dass nur ein Prozent des Netzes pornographisch ist - in diesen Ecken wird rund 30 Prozent des gesamten Internet-Umsatzes erzielt. Die Betreiber der großen Suchmaschinen im Netz wissen aus ihrer eigenen Statistik, was die Netz vorrangig suchen. Am meisten werden die drei Worte: “Sex”, “Teens” und “Fuck” eingegeben.
Das World Wide Web
Am Anfang waren es nur Worte, unverständliche Befehlsfolgen - doch plötzlich wurde das Netz zum Medium der Bilder, Töne und bewegten Animationen. Etwa 60 Millionen Seiten standen Anfang 1998 rund um die Uhr bereit. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef will errechnet [Quelle von 1999] haben, dass mit kinderpornographischen Materialien aller Art 250 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erzielt wird. Allein in der Bunderrepublik seien es 750.000.- Euro alle zwölf Monate. Dennoch ist das WWW bei Kinderpornographie nur mit einem eher schmalen Angebot “gesegnet”. Da diese Seiten ständig zum Abruf bereitstehen, wäre das Risiko der Entdeckung zu groß.
Newsgroups
Newsgroups sind schwarze Bretter im Internet. Hier kann man Fragen, sich Informieren und auch Mitteilungen der anderen antworten. Heute [Quelle von 1999] gibt es rund 35.000 solcher Newsgroups von denen rund 27.000 sich um das Thema Sex drehen. Ein Großteil davon dient als Kontakt- und Tauschbörse für perverse Sadisten und Pädophile. Die Newsgroups haben sich längst zu einer Drehscheibe für alle Perversitäten dieser Welt entwickelt. So suchte Anfang 1998 ein “Mann, 30, aus Frankfurt/ Main einen Sadisten, um mit ihm am Wochenende auf Rape- [Vergewaltigungs-] Tour zu gehen.” Da solche Anfragen in der Regel anonymisiert “gespostet” [also veröffentlicht] werden, fällt es den Strafverfolgungesbehörden schwer, der Spur nachzugehen.
Online-Chats
Längst haben sich die nationalen und internationalen Online-Chats [vom engl. to chat = schnattern] zu kurzweiligen Treffpunkten entwickelt. Und auch hier gilt: Keineswegs überall, aber doch in der Mehrzahl dreht sich alles um Sex. Das Prinzip ist überall gleich: Beim Betreten des virtuellen Treffs wählt sich der User ein Pseudonym und kann anschließend in einer Visitenkarte oder einem Profil seine Interessen umreißen. Die anderen Besucher des Chats sind nicht in der Lage festzustellen, wer sich hinter dem anonymen Namen “Maria23” oder “Markus_geil” verbirgt. Einzig der Betreiber des Online-Chats ist in der Lage, dem Pseudonym auch eine Anschlußnummer zuzuordnen und diesen so zu reanonymisieren. Die meisten dieser Treffs werden von Beauftragten des Betreibers überwacht, um bei Verstößen einschreiten zu können. Rechtlich gesehen werden Online-Chats als Telefongespräche angesehen, die unter dem grundsetzlichen verankerten Schutz des privat gesprochenen Wortes stehen. Wie groß der Andrang in solchen Chats ist, bekommt vor allem der zu spüren, der sich einmal den größten internationalen Chat-Bereich, den Internet Relay Chat [IRC] angesehen hat. Jeder Nutzer kann dort einen eigenen Bereich [“Kanal”] eröffnen. An manchen Tagen laufen auf diese Weise bis zu 20.000 IRC-Kanäle gleichzeitig, die überwiegende Mehrzahl ist ausschließlich folgenden Themen gewidmet: Tier-Sex, Folter-Sex und Sex mit Kindern. Der harte Kern der internationalen Päde-Szene trifft sich hier, um Erfahrungen, Bilder, Videos und Kinder zu tauschen - real. Man verabredet sich, macht einen “Kanal” auf, tauscht und verschwindet wieder. Keiner merkt was. Und die meisten, die etwas bemerken, schweigen. “Es sind ja nur Bilder.” Muss man wirklich bis zum Ermüden immer wieder deutlich machen, dass jedem Bild ein realer Missbrauch vorausgeht, weil es sonst gar keine Kinderpornographie ist?
Versaute Post
Dass die gelbe Post zum Versand von sadistischen oder kinderpornographischen Bildern, Heften und Videos benutzt wird, überrascht niemanden mehr. Warum sollte das also bei der elektronischen Post anders sein? Ist es auch nicht. Dank immer perfekterer Übertragungsraten kursieren auch schon Kurz-Videos von Vergewaltigungen und Kindermissbrauch über das Internet. Solche Dateien wandern per elektronischer Post von einem Briefkasten zum anderen. Und wer mehrere Gleichgesinnte versorgen will, erledigt dies durch sogenannte Kopien seiner Mail. Das ist einfach und preiswert, weil man seine Sendung nur einmal abschickt, die Verteilung an den gesamten Kreis der Interessenten nimmt der Mail-Server vor. Da viele Provider auch das Einrichten von eMail-Adressen unter einem Pseudonym erlauben, kann kein Versender und kein Empfänger feststellen, woher die Post nun wirklich kommt. Eine perfekte Anonymisierung, die der Szene gegrüßenswert entgegenkommt!
Quelle: ajs-informationen - Fachzeitschrift der Aktion Jugendschutz - Nr. 1/ 36.Jahrgang - Februar 1999 Suttgart
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