Was ist sexueller Missbrauch?

Sexueller Missbrauch ist seit Anfang der 80er Jahre puplik gemacht worden. Im Laufe dieser Zeit haben sich unterschiedliche Begriffe wie sexueller Missbrauch, sexuelle Misshandlung, sexuelle Ausbeutung, sexuelle Gewalt oder sexuelle Kindermisshandlung etabliert.

Unter sexuellem Missbrauch verstehen wir sexuelle Handlungen eines Erwachsenen oder eines Jugendlichen mit Kindern, wobei die Kinder diese Handlungen nicht wollen und nicht imstande sind, diese Situation zu kontrollieren. Missbrauchshandlungen können sowohl mit als auch ohne körperliche Berührungen stattfinden. Dazu gehören z.B. die Masturbation im Beisein eines Kindes, das Berühren und Manipulieren der Genitalien des Kindes, Oral- oder Analverkehr, das Präsentieren von pornographischen Zeitschriften, Videos, Bildern etc. gegenüber Kindern.

Dabei nutzen die älteren Personen ihre Autorität oder die Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen aus, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Dies kann geschehen durch emotionalen Druck, die Ausnutzung kindlicher Loyalität, durch physische und psychische Gewaltsausübung, Betäubung mit Rauschmitteln, Bestechung mit Geschenken, Versprechungen oder Erpressungen. Viele Missbraucher verpflichten die Kinder zur Geheimhaltung. Damit werden missbrauchte Kinder isoliert und zur Sprachlosigkeit, Wehrlosigkeit und Hilflosigkeit verurteilt.


Woran erkenne ich, dass mein Kind sexuell missbraucht wurde?

Verletzungen und Krankheiten
 

  • Verletzungen an den Geschlechtsorganen oder im Analbereich
  • Bißwunden oder Blutergüsse am Unterleib, an der Brust, am Gesäß oder in anderen erogenen Zonen
  • Striemen und blaue Flecke an der Innenseite der Oberschenkel
  • blutige Unterwäsche
  • Blutungen in der Mundhöhle
  • Geschlechtskrankheiten, AIDS
  • Pilzinfektionen, Juckreiz im Genital- oder Analbereich
  • wiederholte Entzündungen an den Geschlechtsorganen
  • Schwangerschaft junger Mütter (insbesondere bei ungeklärter Vaterschaft)
     

Psychomatische Krankheiten
 

  • Bettnässen, Einkoten
  • Verdauungsstörungen
  • Bauch- und Unterleibsschmerzen
  • chronische Schmerzzustände
  • Hautkrankheiten, Allergien
  • Blutungen, Menstruationsbeschwerden
  • Verpannungen, Haltungsschäden
  • Lähmungen
  • Ohnmachtsanfälle, Kreislaufbeschwächen
  • Angst- und Erstickungsanfälle
  • Asthma
  • Schlafstörungen, Übermüdung, Alpträume
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Appetitlosigkeit
     

Emotionale Reaktionen
 

  • starke Selbstzweifel
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Zweifel an der eigenen Wahrnehmung
  • Angstzustände, Angst vor Männern, vor geschlossenen Räumen, vor Dunkelheit, vor AIDS etc.
  • Prüfungs- und Versagensängste
  • starke Hilfslosigkeit
  • extemes Machtstreben
  • Kontakt- und Beziehungsschwierigkeiten
  • Leistungsabfall oder Leistungsverweigerung, Schulleistungsstörungen
  • extreme Leistungsmotivation
  • extreme Zukunftsangst
  • Scham- und Schuldgefühle
  • Ablehnung der eigenen Geschlechtsrolle
  • zwanghaftes Verhalten, z.B. Waschzwang
  • Flucht in eine Fantasiewelt
  • psychische Krankheiten wie Depressionen, Phobien, Psychosen
  • Rückfall in bereits überwundene Handlungsweisen, z.B. Babysprachen, Daumenlutschen, Anklammern an die Mutter
     

Selbstzerstörisches Verhalten
 

  • Schnippen
  • Haare ausreißen
  • Zigarette auf der Haut ausdrücken
  • Nägelkauen
  • Suchtverhalten
  • Drogen-, Tabletten- und Alkoholabhänigkeit
  • Bulimie, Magersucht
  • Suizidversuche
     

Sozialverhalten
 

  • Misstrauen gegenüber Nähe und Vertrauen
  • übersteigertes Fremdeln
  • Verschlossenheit
  • starkt agressives Verhalten
  • Einzelgängertum, soziale Isolation
  • distanzloses Verhalten
  • extremes Klammern an Bezugspersonen
  • delinquentes Verhalten
  • Weglaufen aus dem Elternhaus, Streunen, Trebegängertum
  • auffällige Reaktionen auf bestimmte Männer- oder Frauentypen
     

Sexualverhalten
 

  • sexulisiertes Verhalten
  • altersunangemessenes Sexualverhalten und Wissen über Sexualität
  • übersteigerte sexuelle Neugier
  • Distanzlosigkeit gegenüber Männern
  • Angst von körperlicher Nähe, Berührungen
  • Wiederholen des Erlebten in Rollenspielen, intensiven Doktorspielen
  • exzessives Masturbieren
  • ständig wechselnde Sexualpartner/innen
  • sexuelle Lustlosigkeit, Frigidität
  • sexuelle Übergriffe auf jüngere Kinder


Quellenangaben:
Ron van Outsem: Sexueller Missbrauch an Jungen
Gisela Rust: Sexueller Missbrauch - ein Dunkelfeld in der Bunderrepublik
S. M. Sgroi: Handbook of clinical intervention in child sexual abuse.
Allgemein: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen/ Kinderschutzzentrum Hannover

“Was stimmt da nicht?” - Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW

 

 

Weiterführende Links

 
Gesetze/ Staat
 Erfahrungsberichte
 Ich brauche Hilfe